Die Lage im Sudan – ein Überblick
Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Omar al-Baschir im Jahr 2019 steckt der Sudan in einer tiefen Krise. Ein friedlicher Übergang zur Demokratie ist trotz großer Hoffnungen bisher gescheitert. Nach einem Militärputsch im Oktober 2021 kam es erneut zu Unruhen – die Situation eskalierte im April 2023 in einen offenen bewaffneten Konflikt zwischen der sudanesischen Armee und der paramilitärischen Gruppe Rapid Support Forces.
Die Folgen für die Bevölkerung sind dramatisch:
- Über 12,8 Millionen Menschen mussten fliehen – innerhalb des Landes oder in Nachbarstaaten wie Tschad, Südsudan und Ägypten.
- Fast 25 Millionen Menschen leiden unter akuter Ernährungsunsicherheit, knapp 5 Millionen unter akuter Hungersnot.
- Etwa 70–80 % der Gesundheitseinrichtungen sind geschlossen, das System steht kurz vor dem Kollaps.
- Millionen Kinder haben keinen Zugang zu Bildung, 15,2 Millionen benötigen humanitäre Hilfe.
Beide Konfliktparteien verstoßen schwer gegen Menschenrechte und internationales Recht – durch Angriffe auf Wohngebiete, Morde, Entführungen und sexualisierte Gewalt.
Die Bundesregierung hat ihre Zusammenarbeit mit der sudanesischen Regierung eingestellt, unterstützt aber weiterhin humanitäre Hilfsprojekte, wo es möglich ist.
Der Sudan steht heute auf Platz 176 von 193 im UN-Index für menschliche Entwicklung – und ist laut dem „Fragile States Index“ eines der zerbrechlichsten Länder der Welt.
Quelle: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, https://www.bmz.de/de/laender/sudan (30.06.2025)
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